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Hardcover

Polarrot

Roman

von Patrick Tschan
Hardcover
Auflage 1. Aufl.
Fester Einband
345 Seiten; 29 mm x 124 mm
2012 Braumüller
ISBN 978-3-99200-069-2
KNV-Titelnr.: 33544072

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21.90 EUR
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Langtext
"Einen politisch derart unkorrekten Helden hat die Schweizer Literatur kaum je gesehen: Patrick Tschans Jack Breiter ist ein Hochstapler und ein Großmaul, er schmuggelt Geld und Gold und Menschen und schreckt auch nicht davor zurück, den Nazis das Rot für ihre Hakenkreuzfahne zu verkaufen -Tschan macht großes Kino."
Alex Capus
Jack Breiter hatte heute Nacht hoch verloren: Geld, Stelle, Kost, Logis, Gesicht, Ansehen. Morgen, fieberte er, würden sie ihn teeren und federn, auf eine gewachste Eisenbahnschwelle der rhätischen Bahn binden und unter dem Gejohle der Einheimischen und zum Gaudium der gutbetuchten Feriengäste die Bobbahn hinunterlassen.
1929: Jack Breiter ist alles andere als ein Glückskind. In eine arme Schweizer Bauernfamilie geboren, will er unbedingt nach oben. Erst als glückloser Heiratsschwindler im noblen Palace Hotel in St. Moritz, später als Handelsvertreter beim Chemiekonzern Gugy. Zunächst mit glänzendem Erfolg: Dank des Reichsbeflaggungsgesetzes von 1935 verkauft Breiter Hektoliter um Hektoliter der Farbe "Polarrot" für die Hakenkreuzfahne. Er wird rasch zum Starverkäufer der Firma. Doch dann verliebt er sich in die Frau seines Chefs, eine Halbjüdin, und lässt sich ihr zuliebe auf ein riskantes Goldschmuggel-Unterfangen ein. Prompt wird Breiter ertappt - und plötzlich ist es mit dem Spaß vorbei...
Patrick Tschans Helden Jack Breiter muss man als Leser lieben: für seinen Einfallsreichtum, seine Hinterlist, seinen unbändigen Über lebenswillen, der uns auf jeder Seite aufs Neue überrascht. Am Ende bleibt die Frage: Wer schuldet wem was?

Verfasser
Biografische Anmerkung zu den Verfassern
Patrick Tschan, geboren 1962, lebt in Allschwil, Schweiz. Nach einem Studium der Germanistik, Geschichte und Philosophie führte er in zahlreichen Theaterstücken Regie und war viele Jahre in der Werbung tätig. Heute ist er für die Kommunikation der GGG Basel (Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige) zuständig. Außerdem ist Patrick Tschan ausgebildeter Coach und Moderator und daher Trainer wie Innenverteidiger der schweizerischen Literaten-Fußball- Nationalmannschaft. Sein Debüt "Keller fehlt ein Wort" erschien 2011 bei Braumüller.

Leserrezensionen

Die Geschichte eines Lebenskünstlers 28. Juli 2014
von Eva
Das Buch "Polarrot" von Patrick Tschan erzählt die Geschichte des jungen Lebenskünstlers Jakob Breiter. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen mit einem gewalttätigen Vater auf. In seiner Kindheit wird er vom Pfarrer seiner Gemeinde gerettet und landet im Kloster St. Gallen - schon damals wollte er hoch hinaus und nie mehr arm sein.


Der sympathische Protagonist ist ein Hochstapler erster Klasse - manchmal wird auch zu hoch gestapelt und sein Kartenhaus fällt in sich zusammen und reißt ihn mit. So auch zu Beginn des Buches als er sich als Heiratsschwindler versuchte. Er probierte sein Glück bei einer reichen Russin und gab sich als Sohn eines angesehen Bankiers aus. In einer Gaststätte wird seine Identität als Bauernsohn und Fiaker aufgedeckt. Seine kühnsten Befürchtungen treten nicht ein - er wird weder geteert noch gefedert und verliert "nur" seinen Job.


Er macht sich auf den Weg in die nächste Stadt und beginnt sein Leben neu zu ordnen - er wird Vertreter eines Chemiekonzern und klettert dort die Karriereleiter rasch hinauf, bringt immer mehr Ideen in die Firma ein und wird Starvertreter und -verkäufer. Aufgrund des Reichsbeflaggungsgesetzes herrscht ein wahrer Run auf die Farbe Polarrot. Sein Chef hält große Stücke auf hin und macht ihm im Rahmen eines Festes mit seiner Frau Charlotte bekannt. Jakob - der sich mittlerweile Jacques nennt - findet sie äußerst attraktiv und trifft sich mit Zustimmung ihres Mannes und seines Chefs regelmäßig. Charlotte will ihm die Augen öffnen und ihn für die Situation sensibilisieren. Jacques sieht allerdings nur das Geld und wird immer gieriger - er beginnt nach einer Zeit Sachen von Deutschland in die Schweiz. Doch auch das kann auf Dauer nicht gut gehen...


Ich habe das Buch zufällig im Rahmen der LB Themenchallenge ausgesucht und habe es verschlungen. Der Schreibstil ist einfach grandios, der Leser wird in den Bann gezogen und man fiebert mit dem Protagonisten mit. Der Protagonist ist eigentlich ein Typ Mensch, den man eigentlich nicht mag - Heiratsschwindler, Betrüger, Hochstapler und ein Mensch mit einer scheinbar unstillbaren Gier nach Geld und dem Leben. Je mehr man jedoch liest, desto mehr mag man den komischen Kautz, der sich immer wieder - und sei es auf noch so kreative Art und Weise - zu helfen weiß.


Der Autor verwendet eine kühle Sprache, die sich von der Masse abhebt - klare Worte, kurze prägnante Sätze und eine packende Handlung. Von mir gibt's 5 Sterne und ich weiß, dass ich das Buch sicher nicht zum letzten Mal gelesen habe.
Mitfiebern mit einem der sympathischsten Gauner der Literatur 22. Februar 2014
Jack Breiter wächst in ärmlichen Verhältnissen auf und will von klein auf nicht viel mehr, als ganz nach oben zu kommen. Nach einem Hürdenlauf aus Gaunereien findet er sich in einem Konzern wieder, der den Nazis die Farbe für die Hakenkreuzfahne verkauft und wird dort prompt zum Starverkäufer. Doch es kommt wie es kommen muss: Er verliebt sich und die Probleme häufen sich unaufhörlich. Obwohl Jack wohl kaum zu den guten Menschen zu zählen ist, so entwickelt man im Laufe der Geschichte doch eine Sympathie für ihn und drückt ihm die Daumen, dass er all seine Vorhaben schafft! Tauchen Sie ein in ein Leben voll Ideenreichtum, Hinterlist und unermüdlichem Überlebensgeist!
Patrick Tschan versteht es meisterlich, die Geschichte ? mit dem Hintergrund des großen Leides im Zweiten Weltkrieg ? durchwegs hell und freundlich zu gestalten 06. Dezember 2012
In Patrick Tschans Roman Polarrot treffen in klarer Sprache und hohem Erzähltempo durchwegs sympathische Protagonisten aufeinander und ziehen die Leserin in eine Geschichte, die viel Verständnis erzeugt für den Helden Jack Breiter. Aus der hintersten, ärmlichsten Talschaft der Schweiz kommend, findet dieser immer wieder Mittel und Wege, dem Schicksal des Elends zu entrinnen, Retter zu finden, selbst zum Retter zu werden, immer wieder auf seine inneren Wunden zurückgeworfen zu werden, immer wieder neu anzufangen und letztendlich mit Schlauheit Oberwasser zu behalten.
Zu Beginn der Geschichte, in der Zwischenkriegszeit angesiedelt, baut sich die Handlung in schneller Abfolge auf und schleudert die Betrachterin der Geschichte mit hohem Tempo in den Ablauf. Kurze Sequenzen werden mit sehr eindringlichen Bildern beschrieben, erklären die Geschichte geschickt und lassen die Leserin etwas atemlos in der nächsten neuen Realität der Handlung landen. Unbändiges Streben nach der Welt des Reichtums, der Macht und dem Glück wurde verwoben mit Armut, Krieg, Elend und Schmerz.
Patrick Tschan versteht es meisterlich, die Geschichte durchwegs hell und freundlich zu gestalten, sozusagen aus der positiven Ecke heraus betrachtend, um zeitgleich die Schwere und das Leid des Krieges im Hintergrund, mit einer Nebensächlichkeit einfließen zu lassen, die Verstehen fördert und wenig Zeit lässt, um ganz in die Schwere eintauchen zu können.
Die in der Geschichte beschriebene Partnerschaft zwischen Gott und dem Teufel, die erlesene Partnerschaft der hellen, leichten Erzählkunst mit dem Hintergrund des großen Leides im Zweiten Weltkrieg macht die Sympathie dieses Buches aus.




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